Thilo Gosejohann

Seine allererste Begegnung mit einem dunklen Kinosaal verlief noch äußerst unerfreulich: im zarten Alter von vier Jahren musste Thilo die Vorführung der Komödie „Unser Willi ist der Beste“ unter Tränen verlassen. Zu sehr hatte ihn die Klamaukszene eines unter Kontrolleverlust hektisch Auto lenkenden Heinz Erhardt in Angst und Schrecken versetzt. Zum Glück hielt der Schwur von Thilos Oma „mit dem armen Jungen nie wieder ins Kino zu gehen“ nicht lange an und schon mit „Bernhard & Bianca“ (1977) konnte er die Liebe zum Film endgültig entdecken.

Allerdings dauerte es noch ein Weilchen, bis er zum ersten mal selber filmisch tätig wurde. Nach einer Hauptrolle in dem Gütersloher 16mm-Drama „Das fünfte Mitglied“ (Detlef Clever/1988) wurden die eigenen Filmpläne konkreter. 1990 lieh er sich den VHS-Camcorder seines Onkels aus und drehte in den folgenden Jahren mit seinem Bruder Simon und ein paar guten Freunden zahlreiche Experimente, Sketche & Kurzfilme. Inhaltlich bewegte man sich völlig hemmungslos zwischen Trash, Horror & Comedy. Einige dieser unter dem Label „Neverhorst Company“ entstandenen Kuriositäten erlangten in einer über die Jahre wachsenden Fangemeinde Kultstatus und gewannen auch den ein oder anderen Preis. So landete Thilo nach RTL-Ausstrahlung seiner Bond Parodie „Im Angesicht Ihrer Majestät“ (1996) als Statist im 007 Streifen „Der Morgen stirbt nie.“ Höhepunkte der Gütersloher Schaffensphase waren aber sicherlich die No Budget-Spielfilme „Captain Cosmotic“ (1998) und „Operation Dance Sensation“ (2003), die mit vereinzelten Kinoeinsätzen und über 12.000 Verkauften DVD-Exemplaren heute zu den Klassikern der deutschen Underground-Kultur zählen.

Ab 1996 begann mit dem Studiengang Film/Fernsehen, Fachrichtung Kamera an der FH Dortmund Thilos künstlerischer Werdegang professionelle Züge anzunehmen. Unter Federführung von Prof. Adolf Winkelmann erweiterte er seinen kreativen Horizont und absolvierte nach zahlreichen studentischen Kurzfilm-Projekten 1998 ein Praktikum beim WDR, das ihn durch Einbindung in Produktionen wie „Verbotene Liebe“, „Lindenstraße“, „Die Anrheiner“ oder „Geld oder Liebe“ mit der Arbeitsweise beim Fernsehen bekannt machte.

Ein ganz spezifisches Medienprofil erwarb er sich ab 2002 und es sollte ihn jahrelang nicht mehr loslassen: das Handwerk mit versteckter Kamera. Die schwarze Tasche mit integrierter DV-CAM dominierte von nun an seinen Arbeitsalltag und führte ihn neben sieben Staffeln „Comedystreet“, zahlreichen Virals für Marken wie „Axe“, „Blond-Magazin“, „Flip-Cam“ und „Dark Dudes“ auch zu erfolgreichen TV-Sendungen wie „Paracomedy“ (2006), „Elton vs. Simon“ (2005) und „Old Ass Bastards“ (2012). 2009 erhielt „Comedystreet“ sogar den „Deutschen Comedypreis“ in der Kategorie „Beste versteckte Kamera“.

Das zeitgenössische Wirken Thilo Gosejohanns manifestiert sich neben dem regelmäßigen Verfassen von Hörspielen für 1LIVE in unterschiedlichsten Tätigkeiten als Regisseur/Realisator. Neben weiteren, erfolgreichen Independent-Projekten mit Bruder Simon (z.B. Brennpunkt Neverhorst III“, 2012) und Underground-Ikone Jörg Buttgereit (mittlerweile vier gemeinsame Theaterfilme) führte er Regie in der bitterbösen PRO7-Reality-Show-Parodie „Alles in Ordnung“ (2 Staffeln), im ZDFneo TVlab-Beitrag „Bullshit“ (2011) und in 36 Clips der Endemol/youtube-Produktion „Secret Talents“ (2011). Außerdem inszeniert er regelmäßig kleine, lustige Einspielfilme für die preisgekrönte „ZDF heute Show“ mit Oliver Welke.

Nach 12 Folgen von "Who wants to fuck my girlfriend?" (Tele 5, mit Christian Ulmen) ist Gosejohann auch in 2014 weiter umtriebig: Er ist die versteckte Kamera bei der Comedy Central-/RedSeven-Produktion "Fett For Fun" und arbeitet als Einspieler-Realisator/Regisseur für alle Folgen von "Bezaubernde Cindy" (Sat.1/Endemol).

Zudem steht Thilo als Regisseur für Werbespots (Z.B. mit Thomas Müller und Ailton für REWE zur Fußball-WM 2014) zur Verfügung. Seine aktuellen Projekte umfassen Einspieler-Drehs für die „Heute-Show“ (ZDF/Prime Productions), „Pussy Terror“ (WDR/brainpool), „Wer wird Millionär“ (RTL/EndemolShine) sowie „Die große Revanche“ (Sat1/Endemol).

Was Thilo Gosejohann bisher gemacht hat, sehen Sie hier.

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